Eine Wende um 180 Grad beim Energiekonzern E.ON

Berichten und Presseverlautbarungen des Energieriesen E.ON zufolge soll es eine komplette Neuausrichtung des Stromversorger geben, weg von Atomkraft und Kohlekraftwerken, hinzu einer völlig neuen, grünen Seite. Dafür sei aber nicht nur der riesig große Schuldenberg von E.ON verantwortlich, sondern auch eine Verschlankung der Operationen.

Bisher ist nicht geklärt, welche Auswirkungen auf die tatsächlichen Strompreise diese neuen Entwicklungen haben werden, allerdings sind ja noch viele Verträge mit einer Preisbindung verbunden, sodass Anleger sich keine Sorgen machen müssten ob sie mit einer Erhöhung der Strompreise aufgrund der hohen Schulden zu rechnen hätten. Des weiteren sind Großabnehmer der Industrie weiterhin bevorzugt wenn es um Strompreise geht: Sie zahlen erheblich weniger als gewöhnliche Verbraucher, was manchen Verbrauchern übel aufstoßen dürfte, wogegen aber selbst ein Gang zum Rechtsanwalt nicht hilft. Es es kommt also wahrscheinlich bei Abnehmern nicht zu einer Kündigung. Peine zum Beispiel ist mit seinem Elektrostahlwerk ein erheblicher Verbraucher von Elektrizität und dürfte die normalen Verbraucherpreise gar nicht bezahlen können; vielleicht müssten sie ihre Operationen sofort einstellen, müssten sie dasselbe bezahlen wie ein normaler Haushalt.

Zurück zur grünen Wende bei E.ON: in einer Aufsichtsratssitzung hatten Manager des Unternehmens beschlossen, einen mutigen Schritt zu tun und das Unternehmen völlig neu auszurichten. Über 31 Milliarden € soll der Schuldenberg betragen, den das Unternehmen während der Zeit von Thyssen Vorgänger bis heute angesammelt hat; beschleunigt wurde das Wachstum der Schulden durch den Reaktorunfall Fukushima immer im Jahr 2011. Außerdem soll angeblich das normale Stromgeschäft weniger Geld abwerfen als bisher, vor allem aufgrund des wachsenden Anteils von Sonnenenergie und Windenergie wodurch viele Kraftwerke mittlerweile keine Gewinne mehr generieren, sondern nur noch Verluste.

Der neue Plan von ihren sieht vor, den Konzern bis 2016 aufzuspalten, wobei ein Teil wachstumsstark auf erneuerbare Energien, Energienetze und Kundenlösungen Fokus wird sein soll. Der zweite Teil soll sich weiterhin auf Strom und Kohle sowie Gas konzentrieren und an die Börse gebracht werden. E.ON hatte in der Vergangenheit schon mehrfach versucht seine Schulden zu konsolidieren, indem es zum Beispiel komplette Geschäftszweige in Spanien verkauft hat, was mit über 2 Milliarden € allerdings nur einen Bruchteil des gesamten Schuldenberges eingebracht hat und es steht auch zur Debatte ob das gesamte Geschäft in Italien ebenfalls veräußert werden soll, um die Schuldenlast zu reduzieren.

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